Digitalisierungsatlas der Schweiz

Digitalisierungsatlas der Schweiz

Fortgeschrittene Digitalisierung statt unscharfer Digitalisierungsdefinitionen

Digitalisierung ist die Technologie der Stunde und der Zukunft. Ebenso vielfältig wie die Diskussionen sind allerdings die Definitionen der Digitalisierung. EconSight setzt mit dem Digitalisierungsatlas den Fokus auf die fortgeschrittene Digitalisierung – Technologien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig  die digitale Transformation in sämtlichen Branchen und Technologien vorantreiben werden. Neben der künstlichen Intelligenz werden Cloud Computing, Big Data, Virtual/Augmented Reality und Verschlüsselungstechnologien zur fortgeschrittenen Digitalisierung gezählt.

Neue Erkenntnisse auf detaillierter regionaler Ebene aufgrund einmaliger Datenbasis 

Der Digitalisierungsatlas zeigt die Patentaktivitäten der Unternehmen in den fortgeschrittenen Digitalisierungstechnologien in der Schweiz – nach Unternehmensstandort und regionalisiert bis auf die Postleitzahlebene. Dadurch wird die Technologielandschaft der Schweiz im Detail sichtbar. Es wird deutlich, wo sich die wichtigsten Unternehmen angesiedelt haben und welche lokalen Technologiecluster sich gebildet haben. Für den Digitalisierungsatlas wurde erstmals die mit Abstand umfangreichste Sammlung regionaler Patentdaten in der Schweiz verwendet (dazu unten: “Was machen wir neu, anders und besser”).

Zürich ist das digitale Zentrum der Schweiz

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Region Zürich das digitale Zentrum der Schweiz ist. Rund ein Drittel aller Patente in fortgeschrittener Digitalisierung stammen von Unternehmen aus dem Kanton (rund 700 Patenten). Auf dem zweiten Platz liegt der Kanton Waadt mit rund 460 Patenten, gefolgt von Basel-Stadt mit rund 200 Patenten und dem Kanton Aargau mit rund 150 Patenten.

Schwerpunkt Verschlüsselung in Waadt und künstliche Intelligenz in Basel 

Während  Zürich in allen fünf Technologien gut aufgestellt ist, haben die anderen Regionen individuelle technologische Schwerpunkte. Der Kanton Waadt hat einen starken Schwerpunkt in Verschlüsselungstechnologien, rund die Hälfte der Patente sind diesen Technologien zuzuordnen. Gleiches gilt für den Kanton Genf. In Basel-Stadt sind 75% der fortgeschrittenen Digitalisierungspatente der künstlichen Intelligenz zuzuordnen. Unternehmen im Kanton Aargau sind ebenfalls primär in künstliche Intelligenz aktiv (60%), während Schaffhausen mit künstlicher Intelligenz und Big Data zwei Schwerpunkte hat. Im Kanton Zug sind rund 45% der Patente in fortgeschrittenen Digitalisierungstechnologien der künstlichen Intelligenz zuzuordnen, gefolgt von Big Data mit rund 30%.

Kudelski führend vor ABB, Roche, Alphabet und IBM

Bei den Unternehmen führt Kudelski mit 213 Patenten vor ABB (196 Patente), Roche (149 Patente), Alphabet (131 Patente) und IBM mit 125 Patenten. Diese fünf Unternehmen sind für rund ein Drittel aller Schweizer Patente in fortgeschrittener Digitalisierung verantwortlich. Entsprechend dominant sind diese Unternehmen in den Kantonen ihrer Firmensitze. Kudelski ist für knapp die Hälfte der fortgeschrittenen Digitalisierungspatente im Kanton Waadt verantwortlich. Roche für zwei Drittel der Patente im Kanton Basel-Stadt und ABB für ebenfalls zwei Drittel im Kanton Aargau. Der Kanton Zürich ist u.a. mit Alphabet und IBM breiter aufgestellt.

Technologien werden von wenigen Unternehmen dominiert

Auch einzelne fortgeschrittene Digitalisierungstechnologien werden stark von wenigen Unternehmen dominiert.  In der künstlichen Intelligenz führen Roche (115) und ABB (108) mit deutlichem Abstand vor Alphabet (40), Nestle (39) und der EPFL (39). In den Verschlüsselungstechnologien dominiert Kudelski mit 187 Patenten und besitzt damit so viele Patente wie die nachfolgenden fünf Unternehmen zusammen. In Big Data und Cloud Computing sind die Kompetenzen breiter verteilt.

EPFL als mit Abstand führende Hochschule

Die Hochschulen der Schweiz sind ebenfalls aktiv in den fortgeschrittenen Digitalisierungstechnologien. Die EPFL führt mit 59 Patenten (39 in künstlicher Intelligenz, 11 in Verschlüsselung) vor der ETH Zürich mit 17 Patenten (10 in künstlicher Intelligenz, 3 in Verschlüsselung)  und der Universität Zürich mit 14 Patenten (11 in künstlicher Intelligenz).

Offizielle Vorstellung des Digitialisierungsatlas

Swiss IP Community Meeting

Kontakt

Ich interessiere mich für:

weiterführende InformationenRegionalauswertungen und -vergleicheUnternehmensanalysen

bitte kontaktieren Sie mich.

Unternehmensrankings in fortgeschrittener Digitalisierung

Anzahl Patente, 2019

Die revolutionäre Wirkung der Digitalisierung steht noch bevor. EconSight zeigt welche Unternehmen in welchen Regionen der Schweiz die Herausforderungen annehmen.

Kai Gramke, Geschäftsführer EconSight

Fortgeschrittene Digitalisierung nach Kantonen

Anzahl Patente, 2019

Bislang konnten nur rund 60% aller Patente regional verortet werden. Jetzt sind wir erstmals bei über 90% Abdeckung.

Jochen Spuck, Chief Technology Officer EconSight

Was machen wir neu, anders und besser

Die mit Abstand umfangreichste Regionalisierung von Patentdaten in der Schweiz

Patente sind nationale Schutzrechte, die in nationale Datenbanken (Swissreg, DPMA, EPA usw) geführt werden. Es gibt  keine einheitliche Datenbank für bibliographische Adressinformationen. Üblicherweise wird in Europa die Datenbank des Europäischen Patentamts (PATSTAT) verwendet, um Erfinder und/oder Anmeldefirmen zu verorten. Diese Daten werden auch von der OECD und anderen Institutionen verwendet, und sind für die meisten Zwecke durchaus ausreichend. Allerdings deckt Patstat nur einen Teil der für die Schweiz relevanten Erfindungen ab, nämlich die EP-Patente und EP-Patentanmeldungen. Nicht erfasst sind nationale Schutzrechte, wie die Schweizer Patente (CH), aber auch keine deutschen, amerikanischen, chinesischen Patente oder weltweite Patentanmeldungen (PCT/WO), selbst wenn die Anmeldefirma in der Schweiz lokalisiert ist. Tatsächlich werden mit den PATSTAT Daten für die Schweiz nur ein Anteil von etwa 55-60% aller wirksamen, gültigen oder angemeldeten Patente erfasst.

EconSight hat sich als Ziel gesetzt, die Schweiz bestmöglich zu regionalisieren und erreicht erstmals einen Abdeckungsgrad von 85%-95% (je nach Betrachtung). Dazu wurden die Daten des Institut für Geistiges Eigentum (Swissreg) als Grundlage verwendet, mit Patstat/EPA Daten ergänzt und erweitert um verfügbare Adress-Informationen (insbesondere WO/PCT Anmeldungen) aus verschiedenen, z.T. auch kommerziellen Datenbanken (Lexis Nexis TotalPatentOne, Patentscope). Ausserdem wurde  für multinationale Firmen eine manuelle Ergänzung durchgeführt, wenn die Erfindungsverortung anhand der Informationen zu Erfindern und eindeutiger Adresslokalisation gegeben war (zb. IBM Rüschlikon, Google Zürich, Roche Basel). Diese Patente wurden danach mit den Daten des Bundesamts für Statistik und Daten der Schweizer Post nach Postleitzahlen, Gemeinden und Kantonen zugeordnet. Im Ergebnis steht die mit Abstand umfangreichste Regionalisierung von Patentdaten in der Schweiz.